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Geschichte


Das internationale Pfadfindertum ist die größte freiwillige Jugendbewegung der Welt. Derzeit gibt es mehr als 28 Millionen Pfadfinderinnen und Pfadfinder in 216 Ländern der Welt, aufgeteilt in 6 Großregionen. Rechnet man die Altpfadfinder dazu, so leben heute etwa 80 Millionen Pfadfinder auf diesem Planeten.

Weltweit haben 153 Länder Pfadfinderorganisationen, die vom Weltbüro anerkannt sind. In weiteren 37 Ländern gibt es zwar Pfadfindergruppen, sie sind aber nicht Mitglied bei der WOSM (world organization of scout movement).



 

Die Großregionen der Pfadfinder weltweit

  • Interamerikanische Region: Kanada, USA und Südamerika
  • Europäische Region: West- und Mitteleuropa mit Türkei
  • Arabische Region: Länder Nordafrikas und der arabischen Halbinsel
  • Afrikanische Region: Länder Afrikas südlich der Sahara und Madagaskar
  • Eurasische Region: Russland, GUS, China und Japan
  • Asiatisch-Pazifische Region: Indien, Australien, Ozeanien und weitere Länder

(Quelle: www.scout.org)


Die Pfadfinderbewegung wurde im Jahre 1907 vom englischen General Lord Robert Baden-Powell of Gilwell ins Leben gerufen. Baden-Powell (kurz: "BiPi") wurde am 22. Februar 1857 in London als viertes von sechs Kindern geboren. Da sein Vater früh starb, verbrachte er die Freizeit und die Sommerferien meistens mit seinen älteren Geschwistern und erlebte mit ihnen viele Abenteuer. So paddelte er in einem selbstgebauten Boot die Themse hinauf und unternahmen ausgedehnte Reisen nach unter anderem nach Skandinavien. Hier war er oft auf sich allein gestellt. Zu Beginn eines neuen Schuljahres kamen sie dann gut erholt, gesund und aufgeladen mit Selbstbewusstsein zurück. Nach dem Abitur bewarb sich BiPi bei der Armee. Schnell stieg er in der Laufbahn auf und schaffte es bis zum General. Dies verdankte er zu großen Teilen seinen schon in der Jugend erlernten Fähigkeiten zur Beobachtung und dem Bewegen in dem Zurechtfinden in der freien Natur.

Als Vorgesetzter in der Armee überlegte Baden-Powell während seiner Aufenthalte in den englischen Kolonien in Indien und Südafrika, wie er die Soldatenausbildung effektiver gestalten könnte. Dazu schrieb er ein Buch das er Aids for Scouting (Hilfen zum Pfadfinden) nannte.

 

 

Allerdings lasen nicht nur Soldaten dieses Buch, sondern auch viele Jugendliche in England. BiPi machte sich daher große Sorgen, weil sein Buch ja eigentlich militärische Inhalte hatte. Als Folge verabschiedete er sich vorzeitig aus dem aktiven Militärdienst und begann, sein "zweites Leben" im Dienste der von ihm gegründeten Pfadfinderbewegung. Er wollte jetzt "Aids for Scouting" für Jugendliche umschreiben. Als Test für seine Ideen lud er im Jahre 1907 22 Jugendliche aus allen Gesellschaftsschichten zusammen und veranstaltete mit ihnen das legendäre erste Pfadfinderlager auf Bownsea Island vor der englischen Südküste.

 

Pfadfinder in Deutschland

Schon wenig später entstanden die ersten Pfadfindergruppen in Deutschland. Im Jahre 1911 wurde der Deutsche Pfadfinderbund gegründet. Er setzt sich gegen den Rassismus ein und ist für die Gleichheit aller Menschen, egal welcher Herkunft, Religion oder Hautfarbe. Im Nationalsozialismus wurde die deutsche Pfadfinderbewegung in Deutschland wie viele andere freie Jugendbewegungen verboten. Allerdings übernahmen die Jugendführer der NSDAP zum Teil die Rituale, Organisationsform und Inhalte der Pfadfinder und der Wandervogelbewegung. Das Ergebnis war die Hitlerjugend, eine politisch stark geprägte und gleichgeschaltete Jugendorganisation. Noch heute werden Pfadfinder in Deutschland noch mit diesem Teil der Vergangenheit konfrontiert, wenn vor allem ältere Leute einen auf das äußere Erscheinungsbild bezogenen Vergleich ziehen.

 

DPSG und Pfadfinderei in der Nachkriegszeit

Nach 1945 entstanden neue Pfadfinderverbände, unter anderem der Ring Deutscher Pfadfinderverbände. Ihm gehört auch die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) an.
Die DPSG benennt sich nach dem Ritter Sankt Georg, der unter der Heiligen der einzige Ritter war. Bei ihm sind die beiden Tugenden "Ritterlichkeit" und "Treue zu Gott" vereint. Deswegen ist St. Georg ebenfalls der Schutzpatron des Weltpfadfindertums.

Die DPSG selbst wurde bereits 1929 gegründet, dann aber 1938 von den Nationalsozialisten verboten und aufgelöst. In den 1950er Jahren erlebte die DPSG als katholischer Pfadfinderverband in Deutschland ein kontinuierliches Wachstum. Seit 1971 ist die DPSG ein koedukativer Verband. Das bedeutet, dass Mädchen und Jungen, Frauen und Männer gleichzeitig Mitglied einer Gruppe sein können. Nach dem Vorbild der englischen Girl Guides existiert aber auch noch ein reiner Pfadfinderinnenverband in Deutschland, die PSG (Pfadfinderinnen Sankt Georg).

Im Ring deutscher Pfadfinderverbände ist die DPSG auch Mitglied in der von Lord Robert Baden-Powell gegründeten Weltpfadfinderbewegung (WOSM). Gemeinsam mit katholischen Pfadfinderverbänden aus anderen Ländern ist die DPSG Mitglied in der Internationalen Katholischen Konferenz des Pfadfindertums (CICS), die vom Papst als internationale katholische Organisation anerkannt ist.

Im Jahre 2004 gibt es in Deutschland 123.937 gemeldete Pfadfinderinnen und Pfadfinder.

 

Die Ziele der DPSG

"Die DPSG möchte ihre Mitglieder befähigen, kreative Menschen mit offenen Augen und aufrechtem Gang zu werden, mit einem Gespür für die notwendige Initiative und Verantwortlichkeit für sich, gegenüber dem Nächsten und der Gesellschaft."

"In der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg sind junge Menschen und Erwachsene gemeinsam auf dem Weg. Jeder einzelne kann sich selbst mit seiner Lebensgeschichte, mit Wünschen, Ängsten und Hoffnungen einbringen. In Gruppen von Gleichaltrigen erleben Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene Gemeinschaft und übernehmen schrittweise für sich selbst und für andere Verantwortung."

(aus der Präambel der DPSG Satzung, Düsseldorf 1987)